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Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: werther2003 ()
Date: March 22, 2021 20:19

For all German speaking members:

Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
ZDF, 04.04.2021, 23:25 - 00:10

[www.zdf.de]

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: BlueTurns2Grey ()
Date: March 22, 2021 20:39

Thanks !

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Norbert ()
Date: March 23, 2021 09:12

Thanks for the hint!
CrazyMama

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Mimi73 ()
Date: March 24, 2021 17:31

Seems to be interesting! Thank you!

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: quarkie ()
Date: March 25, 2021 00:53

danke für den Hinweiss
Hatte ich noch nicht auf dem Schirm.
Ich schaue mir diese Sendung natürlich an!!!!
Aber wahrscheinlich linksverdrehter Kulturmüll

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: TooTough ()
Date: March 25, 2021 11:22

Quote
quarkie
danke für den Hinweiss
Hatte ich noch nicht auf dem Schirm.
Ich schaue mir diese Sendung natürlich an!!!!
Aber wahrscheinlich linksverdrehter Kulturmüll

Besser als rechtsverdrehter Quark.


Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Andithurts ()
Date: March 26, 2021 21:57

Quote
TooTough
Quote
quarkie
danke für den Hinweiss
Hatte ich noch nicht auf dem Schirm.
Ich schaue mir diese Sendung natürlich an!!!!
Aber wahrscheinlich linksverdrehter Kulturmüll

Besser als rechtsverdrehter Quark.
@ TooToughthumbs up

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Irix ()
Date: April 3, 2021 11:01

The Video is online now - [www.ZDF.de] - (43 mins).

Direct link: HD-Video - (802MB, German Audio, no geo-blocking).



Edited 1 time(s). Last edit at 2021-04-03 12:55 by Irix.

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: NeddieFlanders ()
Date: April 3, 2021 12:05

Quote
Irix
The Video is online now - [www.ZDF.de] - (43 mins).

Online until April 3. 2026. So be quick! ;-)

N

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Irix ()
Date: April 3, 2021 17:45

A transcription from the German subtitles. The translation should be possible via [Translate.Google.com] or [www.DeepL.com] :


Mick Jagger - Der gemachte Rebell?

London, 17. März 1968: Zehntausende demonstrieren gegen den Vietnamkrieg. Einer von ihnen: Mick Jagger, Idol der 68er. Als die Demonstranten Jagger erkennen, wollen sie, dass er sie anführt. Doch der Rockstar zögert. Warum? Ist Jagger gar nicht der Rebell, für den ihn alle halten?

Für die Jugend ein Held, für die Älteren der Untergang von Anstand und Moral. Mick Jagger ist der Bürgerschreck der 60er-Jahre. Dabei kommt er eigentlich aus gutem Hause. Sein erster Fernsehauftritt: „Am besten benutzt man einfache Turnschuhe wie beim Tennis, so wie Michael sie hier trägt.“ Der 15-jährige Jagger in einer Sportsendung, ganz brav, von Rebellion keine Spur, ein Vorzeige-Sohn.

Geboren 1943 wächst er behütet in Dartford bei London auf. Michael Jagger, genannt 'Mike', ist ein typisches Kind der Mittelklasse: gute Noten und Mitglied im Kirchenchor. Erst allmählich beginnt er sich abzuheben. Philip Norman: „Andere Jungen spielten Cricket, Rugby oder Fußball in der Schule. Mick spielte Basketball, weil das cooler war. Es war amerikanischer. Er lief mit Blues-Alben unter dem Arm herum, denn das war cooler als Elvis Presley oder Eddie Cochran.“ Blues und Rock’n'Roll fesseln Mike. Der Rhythmus ist neu, die Sänger sind cool. Ihre Texte brechen mit Tabus, erzählen von Sex, Glücksspiel und verbotener Liebe. Fritz Egner: „Das war für uns eine Musik von einem anderen Planeten. Manche denken, in England war das alles schon bekannt. Es war auch dort nicht bekannt. Die dortigen Radiosender von der BBC spielten diese Musik nicht. So mussten sich die Musiker in London und Umgebung eigentlich aus dem Radio aus Deutschland bedienen, von AFN, 'American Forces Network'. Die spielten Blues.“

Die meisten aus Jaggers Generation müssen sich erst mal mit der Musik ihrer Eltern begnügen. Ende der 50er-Jahre aber begehrt die Jugend auf. Neue Mode, neuer Lifestyle. Rocker und Mods zeigen selbstbewusst, dass sie anders sein wollen. Dr. Bodo Mrozek: „Die Jugend formiert sich Staaten-übergreifend als eine Art selbstgekleidete Kultur mit eigenen Konsumansprüchen. Jugendliche haben jetzt Taschengeld-Budgets. Die Arbeitszeiten verringern sich. Der Samstag wird irgendwann arbeitsfrei. So entsteht eine eigene Freizeitkultur. Das passiert aber nicht ohne Reibungen. Es kommt zu Auseinandersetzungen in den Kinos. Es gibt die großen ‚Cinema Riots‘ um '56, ’57, wo Jugendliche nur tanzen wollen in den Kinosälen, weil Musikfilme laufen, aber die Säle sind dafür nicht gemacht. Die Polizei unterbindet das. Und in der Zeit hat Mick Jagger seine ersten musikalischen Einflüsse.“

In der Schule gründet Mike eine Bluesband. Doch richtige Rebellion sieht anders aus. Nach dem Abschluss siegt die Vernunft. Mit einem Stipendium in der Tasche beginnt er 1961ein Wirtschaftsstudium an der London School of Economics, einer Eliteuniversität. Seine wahre Leidenschaft aber bleibt die Musik. Am Abend zieht es den Studenten in die Musikklubs von London. Sein Traum: einmal selbst auf der Bühne stehen. Doch dafür das wertvolle Studium hinschmeißen? Für Jagger ein zu großes Risiko.

An einem Morgen im Oktober 1961 jedoch wird alles anders. Auf dem Bahnsteig von Dartford wartet Mike auf den Zug nach London. Unter dem Arm trägt er zwei seiner Lieblingsplatten. Plötzlich steht ein alter Schulkamerad vor ihm: Keith Richards. Eine Begegnung mit Folgen - bis heute. Philip Norman: „Mick hatte herausgefunden, dass man amerikanischen Plattenfirmen schreiben konnte, um an Aufnahmen von afroamerikanischen Künstlern heranzukommen, wie The King oder Elmo James. Die kamen dann per Post. Diese begehrten Scheiben hatte Mick unterm Arm, und so kamen Keith und er ins Gespräch.“

Zwei gegensätzliche Typen: Mike, der brave Student, und Keith, das Kind aus der Arbeiterklasse. Doch eines haben sie gemeinsam. Philip Norman: „Das große Band zwischen ihnen war die Liebe zu dieser Musik. Das bedeutete unendlich viel, denn man fühlte sich damals als Teil einer bekämpften Minderheit. Die Erwachsenenwelt stand dieser Musik sehr feindselig gegenüber und sie waren wie eine Art Widerstandsbewegung.“ Ein Treffen, das Musikgeschichte schreibt. Jagger trifft sich mit Londoner Freunden, um Blues und Rock’n'Roll zu spielen, und schlägt Richards als Gitarristen vor. Ihre Band nennen sie ‚Little Boy Blue and the Blue Boys‘.

Die Erwartungen sind groß, doch noch fehlt etwas Entscheidendes. Philip Norman: „Mick und Keith waren mit den ’Little Boy Blue and the Blue Boys’ nicht sonderlich erfolgreich. Aber ihr Weg führte sie zu einem Klub in Ealing, einem heruntergekommenen Vorort von London. Hier trafen sie Brian Jones. Er hat die Rolling Stones gegründet. Und der Bandname stammt von dem Muddy-Waters-Song: ‚Rollin' Stone’.“

Im Juli '62 steht Jagger vor seinem ersten Auftritt als Stones-Sänger im angesagten Londoner Marquee Club. Wer hier gut ankommt, darf auf eine steile Karriere hoffen. Wird es der 18-jährige Mike schaffen? Philip Norman: „Niemand dachte damals ernsthaft, er könnte ein erfolgreicher Musiker werden. Denn er spielte kein Instrument. Er hat sich einfach hingestellt und gesungen. Das war damals so ziemlich das Unverschämteste, was man in einer Pop-Band machen konnte.“ Der Applaus im Marquee Club ist an diesem Abend dürftig - den Blues-Fans klingen die Stones zu sehr nach Rock’n'Roll. Der große Durchbruch bleibt aus. Chance vertan? In der Edith Grove in Chelsea gründen Mike, Keith und Brian eine WG. Während die Bandkollegen ausschlafen und tagsüber Gitarre üben, geht Jagger jeden Morgen brav zur Uni.

Philip Norman: „Damals war er noch nicht Mick Jagger. Er war Mike Jagger. Mike ist ein stinknormaler Name in England, so normal wie Fish and Chips oder Brot und Käse. Aber Mick Jagger wurde von jemandem erfunden: dem brillanten Werbefachmann Andrew Loog Oldham.“ Der 19-jährige Oldham bietet sich als Manager an. Zuvor hat er für die PR-Firma einer anderen Band gearbeitet: The Beatles. Die vier Pilzköpfe aus Liverpool lösen 1963 ein musikalisches Erdbeben aus. Millionen Fans verfallen der ‚Beatlemania‘ – auch dank geschicktem Marketing. Die ‚Fab Four‘ machen auf nett, gut erzogen und familientauglich. Da fällt Oldham etwas auf. Philip Norman: „Er sah, dass auch Eltern und Großeltern von den Beatles begeistert waren. Das ärgerte die jungen Fans, weil ihnen die Beatles weggenommen wurden. Und so erfand Oldham - mit absolutem Scharfsinn - die Anti-Beatles.“

Beim ersten Foto-Shooting hat Oldham nur einen Wunsch: Die Stones sollen gemein aussehen. Besonders Frontmann Jagger rät er zum Image-Wechsel. Bürgertum und studentischer Fleiß passen nicht zu den neuen Bad Boys. Philip Norman: „Er sagte zu Jagger: ‚Wenn du vorgibst, böse zu sein, wirst du reich werden.‘ Und Mick sagte: ‚Okay.‘ Seitdem macht er nichts anderes - er gibt vor, böse zu sein.“ Aus Mike wird Mick: ein böser Junge, der Blues im Rock'n'Roll-Gewand singt. Das kommt an - besonders bei den Jüngeren. Anita Harris: „Mick Jagger kommt und stellt die Welt auf den Kopf.“ Jaggers Auftritte sind aggressiv und sinnlich, seine Bühnen-Performance provokant. Ein Image, das zieht.

Anita Harris: „Heute würde man seine Bewegungen mit Michael Jackson vergleichen. So etwas hatte man bis dahin nicht gesehen.“ Philip Norman: „Man darf nicht vergessen, dass er damals nicht als gutaussehend galt. Die Leute sagten, sein Kopf sei zu groß, seine Lippen zu dick und er sei eher mickrig. Das entsprach überhaupt nicht dem damaligen Schönheitsideal. Als Frontmann der Stones hat er das neu definiert.“ Gestik, Tanz, Mimik. Jagger singt mit dem ganzen Körper, ungehemmt und sexuell aufgeladen. Vor allem sein Mund wird zum Markenzeichen. Die Stones sind so ganz anders als die damals noch braven Beatles.

Jagger provoziert, absichtlich. Und das Publikum geht mit. Eine neue Erfahrung für den jungen Mann. Mick Jagger: „Es ist ein seltsames Gefühl, auf der Bühne zu stehen und diese Energie vom Publikum zu spüren. Ich fühle sie, aber ich verstehe nicht, was sie von mir als Künstler oder als Person wollen. Ich stehe da und weiß nicht, was sie mir sagen wollen und was ich erwidern soll.“ Mit 20 Jahren steht Jagger auf den großen Bühnen. Die Stones verschmelzen Blues und Rock’n'Roll zu ihrem eigenen, unverwechselbaren Sound.

Mit großem Erfolg. Ein Leben als Rockstar: kein Traum mehr, sondern greifbar nahe. Jagger wagt den letzten Schritt: Er gibt sein Studium auf und spielt ab jetzt den Rock-Rebellen. Seine gute Herkunft bleibt dabei unerwähnt - schlecht fürs Geschäft. Dr. Bodo Mrozek: „Man versucht deswegen vom Management her eigentlich, diese gehobenere Herkunft von Mick Jagger zu verschleiern und inszeniert die Stones mit Absicht als Arbeiterkinder, die von ganz unten sich hochgearbeitet haben auf die Bühnen.“ Bei jeder Gelegenheit präsentiert er sich von nun an als Tabu-Brecher. Ein Image mit Spaßpotenzial. Schon Kleinigkeiten sorgen für Schlagzeilen. Philip Norman: „Es gab schon einen riesigen Aufschrei, wenn die Stones ohne Krawatte im Hotel auftauchten. Für die Presse waren sie unverschämte, schmutzige Langhaarige. Dabei waren das die saubersten jungen Männer, die man sich vorstellen kann. Vor allem Jagger ist unglaublich hygienisch. Doch ihr Manager pflanzte der Presse die Vorstellung ein, sie seien Neandertaler.“

Böse Buben ganz privat. Bald touren die Stones durchs ganze Land. Doch die Jungs haben ein Problem: Sie spielen hauptsächlich Cover-Songs. Damals nicht ungewöhnlich, doch für den nächsten Karriereschritt brauchen sie eigene Lieder. Philip Norman: „Brian, anfangs noch der Star der Band, konnte keine Songs schreiben. Mick und Keith aber schon. Oldham hat die beiden in der Küche eingesperrt und gesagt: ‚Ich lasse euch erst raus, wenn ihr einen Song habt.‘ So begann die Partnerschaft von Jagger und Richards als Songschreiber.“ Die beiden ergänzen sich perfekt: Mick schreibt die Texte und Keith die Musik. Das schillernde Gespann bekommt den Spitznamen: die ‚Glimmer Twins‘. Ihre Songs schlagen ein wie eine Bombe. In den kommenden Jahrzehnten werden sie zu einem der erfolgreichsten Songwriter-Duos der Musikgeschichte.

Reinhold Mack hat in München zwei Alben mit den Stones aufgenommen und die beiden bei ihrer Arbeit beobachtet. Reinhold Mack: „Zwischen den beiden geht's eigentlich ganz gut, dass Keith meistens ein Riff oder irgendwas hat, was in seiner Einfachheit bestechend ist. Also nehmen wir mal ‚Start Me Up‘ oder so was - das ist genial. Ein Ton und du weißt, was es ist. Alles, was mehr Lied ist und nicht so arg auf Riff basiert, ist eigentlich schon mehr zum Großteil von Mick.“ Eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die auf einem einfachen Prinzip basiert. Mick Jagger: „Du musst deine Ideen zum Klingen bringen - und er seine. Unsere beliebtesten Songs haben wir wirklich gemeinsam geschrieben. Satisfaction zum Beispiel.“ Satisfaction - damit schafft Jagger 1965 den endgültigen Durchbruch.

Prof. Barbara Hornberger: „Die Stones haben unser musikalisches Leben sicher geprägt, weil Titel wie ‚I Can't Get No Satisfaction‘ natürlich eine Signalwirkung hatte für eine Jugendkultur in der Zeit. Weil sie wild waren, weil sie mit ihnen sich etwas verbunden hat, was für Jugendliche in der ganzen westlichen Welt mindestens ein Versprechen war. Ein Versprechen, dass das Leben auch anders sein kann, als die Eltern das behaupten.“ Die Botschaft des Songs kommt an. Eine Hymne auf Freiheit, Sex und Unabhängigkeit. Jagger singt der Jugend aus der Seele.

Fritz Egner: „Wir kamen ja alle aus einem verklemmten Elternhaus, auch noch mit den Erinnerungen an den Krieg belastet und einfach unglücklich im Großen und Ganzen, obwohl es langsam bergauf ging. Aber es war nicht liberal. Es war alles formatiert von der Gesellschaft her, und da wollten wir ausbrechen.“ Dafür bieten Stones-Konzerte die perfekte Bühne. Randale gegen den Frust - für Presse und Sittenwächter sind die Anstifter klar: Jagger und seine Band.

Philip Norman: „Die Stones hatten auch viele männliche Fans, und die wollten einfach nur den Saal auseinandernehmen. Ein Journalist schrieb einmal: ‚Die Beatles wollen deine Hand halten, aber die Stones wollen deine Stadt niederbrennen.’ Und im Zentrum dieses zerstörerischen Hurricanes stand Jagger, was überhaupt nicht seinem echten Charakter entsprach.“ Der echte Jagger ist anders als sein Ruf. Das zeigt sich auch bei der Arbeit im Studio. Reinhold Mack: „Mick macht sich zum Beispiel die Arbeit, alles, was gefilmt und aufgenommen wird, schaut er sich alles durch und macht sich seine Notizen: ‚Was ist gut? Was kann man benutzen? Was sollten wir vielleicht eher lassen?’ Also, er ist ein fleißiger Schüler.“

Auch im Privatleben ist Mick weit entfernt vom Rebellen. Schon vor seinem Durchbruch verlobt er sich mit dem Model Chrissie Shrimpton. Ist er auf Tournee, ruft er sie ständig an und schreibt zahllose Briefe. Als er doch einmal fremdgeht und sie es erfährt, ist er am Boden zerstört. „Ich sehe ihn noch vor mir. Wie er weinend auf dem Boden lag und meine Füße von seinen Tränen nass wurden, weil ich gedroht hatte, ihn zu verlassen.“ - gibt Chrissie später zu Protokoll. Diese Seite von Jagger hält das Management lieber verborgen. Entsprechend sind die Erwartungen bei der ersten Deutschland-Tour. Ein Reporter: „Ein Riesenaufgebot von Journalisten, Film-, Funk- und Fotoreportern wartete heute am Nachmittag das Eintreffen der Rolling Stones auf dem Flughafen Tegel. Aber es blieb - entgegen manchen Befürchtungen - bürgerlich ruhig und gesittet, als die fünf Londoner Beatband-Barden die Gangway hinunterschritten und in bereitgestellten Pkws Platz nahmen.“ Die Jugendzeitschrift ‚Bravo‘ wirbt Mick Jagger als Frontmann der härtesten Band der Welt.

Dr. Bodo Mrozek: „Dem Konzert voraus geht eine skandalisierende Berichterstattung in der Boulevardpresse, die eigentlich schon in so einer ‚Self-fulfilling Prophecy‘ ankündigt: ‚Die Stones sind gekommen, um die Waldbühne zu zerlegen. Es wird Rabatz geben, es wird Krawall geben’.“

Werden die Stones ihrem Ruf gerecht? Das Konzert auf der Berliner Waldbühne droht schon nach dem dritten Song zu eskalieren. Dr. Bodo Mrozek: „Als die ersten Bänke splittern, begreifen die Fans, dass man das ja auch mit Absicht herbeiführen kann, und es mischen sich Begeisterung für Zugaben und Wut über den kurzen Auftritt in einem infernalischen Lärmkonzert, wie es die Zeitgenossen beschreiben.“ Die Stones fürchten um ihre Sicherheit. Nach gut 20 Minuten geht das Licht aus. Jetzt sind die Fans nicht mehr zu halten.

Dr. Bodo Mrozek: „Heulende Polizeisirenen, Böller, die Fans mitgebracht haben, weil es noch keine Einlasskontrollen gab, wo Leibesvisitationen stattfanden. Es sind noch keine Pappbecher ausgegeben, sondern Flaschen können als Wurfgeschosse eingesetzt werden. Und es kommt zum totalen Chaos.“ Das Ergebnis: 85 Festnahmen und fast 100 Verletzte. Im Interview distanziert sich Jagger von den Randalierern. Mick Jagger: „Sie machen das zu ihrem Vergnügen, und um sich mit der Polizei zu prügeln, der sie zahlenmäßig überlegen waren. In Berlin haben sie die Polizei einfach zusammengeschlagen, nur um ihre Stärke zu zeigen. Und als Ausdruck ihrer Unzufriedenheit mit irgendwas.“ Seine Stimme bekommt jenseits der Bühne immer mehr Gewicht.

Jagger - ein Sprachrohr der Jugend? Fritz Egner: „Da wurde eine Gesellschaftsbewegung in Gang gesetzt, die dann natürlich auch Auswüchse hatte. Und die Musik selber wurde dafür verantwortlich gemacht, dass die Leute aggressiv werden. Das war natürlich nicht unbedingt das, sondern es war eine Zeit, in der ohnehin eine neue, rebellischere Generation auf den Plan trat. Und da war die Musik der Stones natürlich der perfekte Sound.“

Rassentrennung, Sexualmoral, Vietnamkrieg. Die junge Generation stellt vieles infrage und ist bereit, dafür zu kämpfen. Viele sehen Musiker wie Mick Jagger als Antreiber der Proteste. Nicht nur Rockstar, sondern auch Staatsfeind? Philip Norman: „Die antiautoritäre Haltung der Stones und ihre Respektlosigkeit gegenüber dem Establishment führten dazu, dass man sie stoppen wollte. Vor allem ihre Tourneen durch die USA.“ Für Sittenwächter sind die Stones mitverantwortlich für den angeblichen Verfall der Jugend durch Drogen, Sex und Gewalt.

Philip Norman: „Musiker haben schon immer Drogen wie Marihuana genommen. Aber dann kam diese neue künstliche Droge, LSD. Die konnte man an bestimmten Orten in London kaufen. Anfangs sogar legal. Doch Jagger war sehr misstrauisch und wollte auf keinen Fall irgendwelche Polizeiaktionen gegen die Stones riskieren.“ Während die angeblich so braven Beatles öffentlich zugeben, LSD zu nehmen, hält sich Jagger zurück. Doch die Versuchung scheint groß. Im Februar ’67 verbringen Jagger und Richards ein Wochenende mit Freunden auf dem Land. Ein anonymer Anrufer meldet der Polizei eine zügellose Party. Angeblich sind auch Drogen im Spiel. Die Polizei stürmt das Anwesen. Philip Norman: „Mick sollte an diesem Wochenende zum ersten Mal LSD probieren. Aus irgendeinem Grund ignorierte die Polizei aber das LSD und fand stattdessen vier Amphetamin-Tabletten gegen Reisekrankheit, die in Großbritannien illegal waren. Die gehörten nicht Mick, sondern seiner neuen Freundin Marianne Faithfull. Doch er nahm die Schuld auf sich und wurde verhaftet. Das ist die unerwartete Seite von Mick: der englische Gentleman.“

Öffentlichkeitswirksam werden Jagger und Richards abgeführt. Ahnt er, wer wirklich hinter seiner Verhaftung steckt? Der Presse schenkt Mick ein Lächeln. Doch er weiß: Ein hartes Urteil kann das Karriere-Aus bedeuten. Der Prozess wird zum Medienspektakel. Die meisten rechnen nur mit einer Geldstrafe. Dann der Schock: drei Monate Gefängnis ohne Bewährung. Will man an den Stones ein Exempel statuieren? Philip Norman: „Man hat die Stones beschuldigt, junge Leute zu Drogen zu verführen und kein Verantwortungsgefühl zu haben. In Amerika noch mehr als in Europa. Und tatsächlich steckte hinter der Verhaftung eine Verschwörung des britischen Geheimdiensts mit dem FBI, deren Informant Jagger das LSD gab. Nur die örtliche Polizei hat es nicht kapiert und sie wegen dieser geringfügigen Vergehen verhaftet, für die sie trotzdem ins Gefängnis gehen mussten.“

Vom Bürgerschreck zum Sündenbock. Erst nach heftigen Protesten setzt das Gericht die Strafe doch noch zur Bewährung aus. Jagger und Richards kommen frei. Nur wenige Stunden später tritt Jagger vor die Presse. Mick Jagger: „Wenn man alleine ist, in einem Privathaus, und niemandem Schaden zufügt, versteh’ ich nicht, warum man etwas Falsches getan haben soll. Das ist, als würde man sich die Pulsadern aufschneiden. Das ist vielleicht ein Verbrechen gegen sich selbst, aber nicht gegen die Gesellschaft.“ Philip Norman: „Es gab einen Moment, in dem er riesigen Einfluss hätte ausüben können. Man hat ihn im Fernsehen gefragt: ‚Was wollt ihr jungen Leute?‘ Und er antwortete nur: ‚Ich will Spaß haben.‘ Das ganze Land hat darauf gewartet, dass er eine Art Anleitung gibt, was die Jugend braucht und will, aber er hat es einfach nicht getan.“

1968. Der Vietnamkrieg ist auf dem Höhepunkt. Immer mehr Menschen gehen auf die Straße, unterstützt durch prominente Künstler. Auch Jagger soll Farbe bekennen. Dr. Bodo Mrozek: „Es gab immer wieder diese Anwürfe, auch zu sagen, die Rockmusiker hätten ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Und gerade die Stones sollten sich jetzt mal politisch äußern. Auch Mick Jagger wurde da erwartet, quasi als Heiland einer neuen rebellischen protestierenden Kultur.“ 17. März 1968. Die bis dahin größte Anti-Kriegs-Demonstration Englands zieht durch London. Die Organisatoren bitten Jagger im Voraus, den Protestzug anzuführen. Doch der redet sich heraus, ihm sei nicht danach. Trotzdem geht er hin und beobachtet das Geschehen. Demonstranten erkennen ihn und fordern, sich an die Spitze der Demo zu stellen.

Jetzt entscheidet sich: Wird Jagger wirklich zum Rebellen? Oder singt er nur darüber? Als die Situation eskaliert, flüchtet er. Den letzten Schritt wagt er nicht. Inspiriert von den Demonstrationen schreibt er wenig später den Song ‚Street Fighting Man‘ - Straßenkämpfer. Er wird zur Hymne der Protestbewegung. Auch wenn er im wahren Leben lieber kneift statt zu kämpfen, bleibt das Image des Polit-Rebellen an ihm haften. Dr. Bodo Mrozek: „Es mag auch eine kluge Entscheidung sein, sich nicht auf die Seite einer radikalen Minderheit zu stellen, sondern im Sinne auch des Plattenmanagements zu sagen: ‚Ich bleibe hier eher diffus in meinen Ansichten‘.“ Jagger setzt weiter auf das Bad-Boy-Image.

Doch Ende der 60er hat die Band Probleme. Durch Missmanagement ist das Geld knapp. Und Bandgründer Brian Jones ist drogensüchtig. Im Juni ’69 muss er die Band verlassen. Kurz darauf ertrinkt Jones in seinem Pool. Die Todes-Umstände sind bis heute ungeklärt. Mick Jagger ist geschockt. Fritz Egner: „Er ist sehr vorsichtig, wenn er über Brian Jones spricht, weil das, glaub ich, noch eine offene Wunde ist bis heute. So ein dramatischer Verlust, und vor allem, wie es dann auch passiert ist. Das bleibt hängen, glaube ich, das ganze Leben lang.“ Nur zwei Tage nach Brians Tod steht Jagger im Londoner Hyde Park auf der Bühne. Er verliest ein Gedicht im Andenken an seinen Bandkollegen und lässt Schmetterlinge fliegen. Die Zukunft der Rolling Stones ist ungewiss.

Philip Norman: „Zu dieser Zeit waren die Stones die instabilste Band von allen. Zwei von ihnen mussten ins Gefängnis, einer, Brian Jones, wurde tot in seinem Pool gefunden. Und sie waren Ende der 60er-Jahre pleite und mussten ins Steuerexil. Das klingt nicht nach einer Band, die es noch lange geben wird, geschweige denn 60 Jahre später.“ Anfang der 70er entsteht eine neue Spezies: Rock-Superstars mit Prunk und Glamour. Idole für ein weltweites Massenpublikum. Jagger spürt: Will er im Musikbusiness überleben, muss er sich verändern. Das Image des Rebellen, das ihm Erfolg bescherte, wird nun zur Last.

Ein Interviewer: „Was hat sich verändert in der Art, wie Sie oder Ihre Musik auf unsere Zeit reagieren?“ Mick Jagger: „Man kann doch nicht immer dasselbe weitermachen, immer 20 bleiben und immer rebellisch. Man wird doch hoffentlich erwachsener.“ Der Interviewer: „Aber für die Jugendlichen waren Sie doch mal der Superheld, der die Hymnen der Jugendrevolte gesungen hat.“ Mick Jagger: „Das haben die Massenblätter geschrieben. Ich habe nie daran geglaubt.“ Interviewer: „Und auch nie gewollt?“ Mick Jagger: „All das ist doch eine Erfindung der Medien. Die drehen alles so, wie sie es gerade brauchen.“

„Oh, I know that tongue …“ Neues Logo, neues Management, neue Plattenfirma. Jagger und die Stones setzen auf Veränderung. „Maybe it's only Rock’n'Roll but I like it.“ Keine Rebellion mehr, nur noch Rock’n'Roll. Philip Norman: „Mick wurde all diese Jahre für einen großen sozialen Umstürzler gehalten. Aber das ist ein Witz. Er war immer viel mehr daran interessiert, berühmte Leute aus der Gesellschaft und dem Adel kennenzulernen. Das hat ihn wirklich angetörnt.“

Was ihn noch antörnt, sind Frauen. Mit zunehmendem Erfolg wird aus dem englischen Gentleman ein Egomane. Schon '66 trennt sich Jagger von Chrissie Shrimpton. Heimlich lässt er das Schloss zum gemeinsamen Haus austauschen. Nicht die feine englische Art. Seine Neue ist die Aristokraten-Tochter Marianne Faithfull. Zusammen nehmen sie Drogen. Doch erst als die Beziehung endet, wird Marianne stark abhängig. Die deutsche Schauspielerin Anita Pallenberg ist eigentlich Keith Richards Freundin. Mit Jagger steht sie für den Film 'Performance' vor der Kamera. Philip Norman: „Sie sollten im Film Sex haben und Keith tat so, als sei ihm das egal. Was nicht stimmte. Er saß draußen im Auto und hat auf seinen Fingernägeln gekaut. Der Legende nach haben es Mick und Anita tatsächlich getrieben.“

Jaggers erste Hochzeit wird zum Spektakel. 1971 verspricht er dem Model Bianca Macías die ewige Treue. Die ist gerade im vierten Monat schwanger. Treue? Macías sagt später dazu: "Meine Ehe endete am Hochzeitstag.“ Reinhold Mack: „Er war sehr schwanzgesteuert, das muss man schon so sagen. Also dafür hat er schon Fünfe gerade sein lassen. Wenn es da eine Möglichkeit gab, sich zu vermehren oder zu verewigen, oder sonst was, wie auch immer man das sagen will.“ Um das deutsche Model Uschi Obermaier entbrennt an einem Abend in München 1973 ein regelrechter Wettstreit mit Keith Richards. Weil am nächsten Tag Jaggers Ehefrau kommt, gibt Richards nach. Obermaier verbringt die Nacht mit Jagger. Für ihn sind Frauen oft nur Trophäen. Der Legende nach soll er mit über 4000 geschlafen haben, darunter auch Prinzessin Margaret, die Schwester der Queen.

Ehefrau Nummer zwei: das texanische Model Jerry Hall. Mit ihr hat Jagger seine längste Beziehung. Gemeinsam bekommen sie vier Kinder. Nach außen eine intakte Familie. Doch Jaggers zahllose Affären und ein uneheliches Kind lassen auch diese Ehe scheitern. Philip Norman: „Wie er Frauen behandelt, ist abscheulich. Im Song ‚Stray Cat Blues‘ singt er: ‚Ich kann sehen, dass du 15 Jahre alt bist. Ich will deinen Ausweis nicht.‘ Niemand hat das bisher erwähnt, aber es gab zahlreiche Untersuchungen über die zerstörerische Art der Popkultur gegenüber jungen Frauen. Und die Stones standen absolut dafür.“

Streit um Frauen treiben Anfang der 80er auch einen Keil zwischen Jagger und Keith Richards. Dazu sorgt Micks Führungsanspruch immer häufiger für böses Blut bei den Stones. Reinhold Mack: „Die Band selber, also die beiden sogenannten Glimmer Twins, die kamen dann auch immer nacheinander, weil - ich weiß nicht, vielleicht hatten sie Streit oder Stress. Es wurde immer angerufen: ‚Wer ist im Studio?‘ oder ‚Ist schon einer da?‘ Immer der eine oder der andere. ‚Ja, dann komm ich später.‘ Ja, Gott, ich will Ehepaare nicht schlecht machen, aber wie ein altes Ehepaar eben.“ 1985 veröffentlicht Jagger sein erstes Soloalbum. Er tritt jetzt lieber mit anderen Künstlern auf. Die Stones nennt er eine Rentnerband. Trotzdem spielt er bei Solo-Auftritten ihre Lieder, was die alten Kollegen erzürnt.

Fritz Egner: „Seine Soloplatten waren ihm sehr wichtig. Mir hat er gesagt: „Wenn ich allein im Studio bin mit Musikern, mit denen ich sonst nicht gar nicht zusammenarbeite, dann wird es für mich erst richtig spannend. Denn dann kann ich fünf oder zehn Saxofonisten ausprobieren und wähle mir dann einen aus, ohne, dass mir irgendjemand reinredet.“ Immer weiterentfernt sich Jagger von den Stones. Die Band sei ihm wie ein Mühlstein um den Hals, sagt er. Der Tiefpunkt ist erreicht, als Jagger zu Richards sagt, er sei größer als die Stones. Keith Richards: „Das hat mich mit der Zeit richtig wütend gemacht. Wir nannten das den ‚Dritten Weltkrieg‘. Du betrügst die Band! Du kannst mich betrügen, aber nicht die Band!“ Die Stones stehen kurz vor dem Ende. Bei einem Geheimtreffen auf Barbados 1988 geben sie sich eine letzte Chance. Die Versöhnung glückt. Jagger kehrt in den Schoß der Familie zurück, wie er es nennt.

Fritz Egner: „Dann war eben diese Leidenschaft für die Musik, die sie verbunden hat, auf magische Art vielleicht. Und dann haben sie sich doch immer wieder zusammengerauft. Obwohl ich glaube, dass Keith da immer bisschen klein beigegeben hat, damit Mick auch wieder seine dominante Rolle ausspielen konnte.“ Und noch was verhindert das Ende der Band: Geld. Längst sind die Stones eine hochprofitable Marke, auf die die Musiker ungern verzichten. Jagger managt die Stones und baut sie zu einem regelrechten Unternehmen aus. Der einstige Bürgerschreck entpuppt sich als kluger Geschäftsmann. Die Kassen klingeln. Mit einem geschätzten Vermögen von mehreren Hundert Millionen Pfund gehört Mick Jagger zu den reichsten Musikern der Welt. Auch wenn er den Profit relativiert. Mick Jagger: „Geld ist nicht der Anreiz zu spielen. Die Idee hinter den Rolling Stones war nie, schnell reich zu werden. Tatsächlich hat es schrecklich lange gedauert, bis wir reich waren. Über zehn Jahre.“

Gewaltige Welttourneen brechen ab den 90ern immer neue Umsatzrekorde. Kritiker werfen Jagger vor, sich dem Kommerz zu opfern und die alten Erfolge nur zu verwalten. Doch für den Sänger ist Musik nicht nur Leidenschaft, sondern seit Langem auch hartes Business. Philip Norman: „Die Leute denken, dass es für Jagger hinter der Bühne nur Sex, Drogen und Rock'n'Roll gibt. Tatsächlich trainiert er vor den Auftritten und macht Liegestütze.“ Viel Sport, kaum Alkohol, gesunde Ernährung - das hält fit. Jagger gilt als Disziplin-Freak. Aus dem Frontmann der einst härtesten Band der Welt wird der Chef einer der ältesten Bands der Welt. Funktioniert das Image des Rebellen trotzdem noch? Dr. Bodo Mrozek: „Rockmusik ist heute ein legitimer Ausdruck einer Populär-Kultur, die längst alle Generationen umfasst hat und sogar ihre Haupt-Fan-Basis bei den älteren Menschen hat. Und darum ist Jagger dann auch keine notwendig lächerliche Figur, sondern er macht das, was er immer gemacht hat. Und diese Musik ist auch im Zentrum der Gesellschaft angekommen.“

12. Dezember 2003. Jagger kommt ganz oben an. Für seine Verdienste in der Popmusik wird er zum Ritter geschlagen. Für viele Briten eine umstrittene Wahl. Auch manche Fans sind enttäuscht. Aufnahmen von seinem Kniefall vor den Royals hat Jagger verboten. Prinz Charles vollzieht die Zeremonie. Die Queen lässt sich entschuldigen. Der einstige Vorzeige-Rebell ist jetzt Sir Michael. Der frisch geschlagene Ritter mit Vater und zwei Töchtern. Wie fand er die Zeremonie? Mick Jagger: „Wunderbar! Es war wunderbar formell und es gab großartige Outfits. Leute aus dem ganzen Land waren da, aus allen Schichten, vom Historiker bis zum Imker. Das war ziemlich großartig.“ Keith Richards ‚is not amused‘. Für ihn ist der Ritterschlag ein Verrat an allem, wofür die Stones je standen. Mick Jagger: „Er ist wie ein heulendes Kind, das kein Eis bekommen hat. Ich glaube nicht, dass das alte Establishment noch wirklich existiert.“ Formal ist er nun Teil des Adels. Doch gehört er wirklich dazu? Philip Norman: „Es gibt das britische Wort ‚naff‘, das ihm anhängt. Als er Prince Charles die Hand geschüttelt hat, behielt er eine Hand in der Tasche. Dafür steht ‚naff‘. Das ist stillos.“

Jagger scheint das nicht zu kümmern. Er geht seinen Weg unbeirrt weiter. Mit 18 trat er erstmals als Stones-Sänger auf. Mit über 75 Jahren steht er immer noch mit ihnen auf der Bühne. Warum dieser Stress im Rentenalter? Philip Norman: „Weil das größte Rauschgift der Welt Applaus ist. Du kannst ohne es nicht leben, wenn du es seit deinem 19. Lebensjahr praktisch jeden Tag gespritzt bekommen hast. Es ist die stärkste Droge der Welt.“

Anita Harris: „Er hat etwas, das Stars ausmacht, was Menschen magisch anzieht, wie Motten zum Licht. Er hat einfach dieses gewisse Etwas.“ Mick Jagger: „Ja ... Ich wollte unseren Erfolg nie so genau analysieren. Das ist nicht mein Job. Mein Job ist es, dort auf die Bühne zu gehen und Mick Jagger zu sein.“ Ritter, Rocker und angeblicher Rebell. Den einen Mick Jagger gibt es wohl nicht. Vielleicht macht ihn genau das so erfolgreich. Seit fast sechs Jahrzehnten. — © ZDF, 2021.

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: wiredallnight ()
Date: April 3, 2021 17:51

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Edited 1 time(s). Last edit at 2021-04-05 08:48 by wiredallnight.

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Irix ()
Date: April 3, 2021 17:55

A direct, almost unedited translation by [www.DeepL.com] :


Mick Jagger - The made rebel?

London, 17 March 1968: tens of thousands demonstrate against the Vietnam War. One of them: Mick Jagger, idol of the 68ers. When the demonstrators recognise Jagger, they want him to lead them. But the rock star hesitates. Why? Is Jagger not the rebel everyone thinks he is?

A hero to the young, the downfall of decency and morality to his elders. Mick Jagger is the bourgeois terror of the 60s. Yet he actually comes from a good family. His first TV appearance: "It's best to use simple trainers, like for tennis, like Michael wears here." The 15-year-old Jagger in a sports programme, very well-behaved, no trace of rebellion, a model son.

Born in 1943, he grew up sheltered in Dartford near London. Michael Jagger, called 'Mike', is a typical middle-class child: good grades and a member of the church choir. Only gradually does he begin to stand out. Philip Norman: "Other boys played cricket, rugby or football at school. Mick played basketball because it was cooler. It was more American. He walked around with blues albums under his arm because that was cooler than Elvis Presley or Eddie Cochran." Blues and rock'n'roll captivate Mike. The rhythm is new, the singers are cool. Their lyrics break taboos, tell of sex, gambling and forbidden love. Fritz Egner: "For us, that was music from another planet. Some people think it was all known in England. It wasn't known there either. The BBC radio stations there didn't play this music. So the musicians in London and the surrounding area actually had to help themselves to the radio from Germany, from AFN, 'American Forces Network'. They played blues."

Most of Jagger's generation had to make do with their parents' music for the time being. But by the end of the 50s, young people were rebelling. New fashion, new lifestyle. Rockers and mods confidently show that they want to be different. Dr. Bodo Mrozek: "Young people are forming across states as a kind of self-dressed culture with its own consumer demands. Young people now have pocket money budgets. Working hours are decreasing. Saturday becomes work-free at some point. So a leisure culture of its own is emerging. But this does not happen without friction. There are clashes in the cinemas. There are the big 'Cinema Riots' around '56, '57, where young people only want to dance in the cinemas because music films are playing, but the halls are not made for that. The police put a stop to that. And that's when Mick Jagger has his first musical influences."

At school, Mike forms a blues band. But real rebellion looks different. After graduation, common sense wins out. With a scholarship in his pocket, he began studying economics at the London School of Economics, an elite university, in 1961. But his true passion remains music. In the evenings, the student is drawn to the music clubs of London. His dream: to be on stage himself one day. But to give up his valuable studies for that? Too big a risk for Jagger.

One morning in October 1961, however, everything changed. On the platform in Dartford, Mike is waiting for the train to London. Under his arm he carries two of his favourite records. Suddenly an old schoolmate stands in front of him: Keith Richards. An encounter with consequences - until today. Philip Norman: "Mick had found out that you could write to American record companies to get hold of recordings by African-American artists, like The King or Elmo James. They would come in the mail. These coveted discs were under Mick's arm, and that's how Keith and he got talking."

Two contrasting types: Mike, the good student, and Keith, the working class kid. But they have one thing in common. Philip Norman: "The big bond between them was their love for this music. That meant an infinite amount, because at that time you felt like you were part of an oppressed minority. The adult world was very hostile to this music and they were like a kind of resistance movement." A meeting that makes music history. Jagger meets up with London friends to play blues and rock'n'roll, and suggests Richards as guitarist. They call their band 'Little Boy Blue and the Blue Boys'.

Expectations are high, but something crucial is still missing. Philip Norman: "Mick and Keith were not particularly successful with 'Little Boy Blue and the Blue Boys'. But their path led them to a club in Ealing, a run-down suburb of London. It was here that they met Brian Jones. He founded the Rolling Stones. And the band name came from the Muddy Waters song: 'Rollin' Stone'."

In July '62, Jagger is about to give his first performance as a Stones singer at London's hip Marquee Club. Whoever goes down well here can hope for a stellar career. Will 18-year-old Mike make it? Philip Norman: "At that time, nobody seriously thought he could become a successful musician. Because he didn't play any instrument. He just stood up and sang. That was about the most outrageous thing you could do in a pop band back then." The applause in the Marquee Club that evening was meagre - for the blues fans, the Stones sounded too much like rock'n'roll. The big breakthrough failed to materialise. A missed opportunity? Mike, Keith and Brian set up a flat share in Edith Grove in Chelsea. While his bandmates slept late and practised their guitars during the day, Jagger dutifully went to university every morning.

Philip Norman: "Back then he wasn't Mick Jagger. He was Mike Jagger. Mike is a normal name in England, as normal as fish and chips or bread and cheese. But Mick Jagger was invented by someone: the brilliant advertising executive Andrew Loog Oldham." The 19-year-old Oldham offers himself as manager. Previously, he worked for the PR firm of another band: The Beatles. The four mushroom heads from Liverpool trigger a musical earthquake in 1963. Millions of fans fall for "Beatlemania" - also thanks to clever marketing. The 'Fab Four' make themselves look nice, well-mannered and family-friendly. That's when Oldham noticed something. Philip Norman: "He saw that parents and grandparents were also enthusiastic about the Beatles. That annoyed the young fans because the Beatles were being taken away from them. And so Oldham - with absolute acumen - invented the anti-Beatles."

At the first photo shoot, Oldham has only one wish: to make the Stones look mean. He advises frontman Jagger in particular to change his image. Bourgeoisie and student industriousness do not suit the new Bad Boys. Philip Norman: "He said to Jagger, 'If you pretend to be bad, you'll get rich.' And Mick said, 'OK.' Since then he's done nothing else - he pretends to be bad." Mike becomes Mick: a bad boy singing blues in rock'n'roll garb. That goes down well - especially with the younger ones. Anita Harris: "Mick Jagger comes and turns the world upside down." Jagger's appearances are aggressive and sensual, his stage performance provocative. An image that attracts.

Anita Harris: "Today, his movements would be compared to Michael Jackson. You hadn't seen anything like that before." Philip Norman: "You have to remember that he wasn't considered handsome back then. People said his head was too big, his lips too thick and he was rather puny. That didn't correspond at all to the ideal of beauty at the time. As the frontman of the Stones, he redefined that." Gestures, dance, facial expressions. Jagger sings with his whole body, uninhibited and sexually charged. Above all, his mouth becomes a trademark. The Stones are so very different from the then still well-behaved Beatles.

Jagger provokes, deliberately. And the audience goes along with him. A new experience for the young man. Mick Jagger: "It's a strange feeling to stand on stage and feel this energy from the audience. I feel it, but I don't understand what they want from me as an artist or as a person. I'm standing there and I don't know what they're trying to tell me or what to say back." At 20, Jagger is on the big stages. The Stones fuse blues and rock'n'roll into their own distinctive sound.

With great success. A life as a rock star: no longer a dream, but within reach. Jagger dares to take the last step: he gives up his studies and plays the rock rebel from now on. His good origins remain unmentioned - bad for business. Dr. Bodo Mrozek: "That's why the management actually tries to disguise Mick Jagger's upscale origins and deliberately presents the Stones as working-class kids who worked their way up from the bottom to the top. From now on, he presents himself as a taboo-breaker at every opportunity. An image with fun potential. Even little things make the headlines. Philip Norman: "There was a huge outcry when the Stones showed up at the hotel without a tie. For the press they were impudent, dirty longhaired men. But they were the cleanest young men you could imagine. Jagger in particular is incredibly hygienic. But their manager planted the idea in the press that they were Neanderthals."

Bad boys in private. Soon the Stones will be touring the whole country. But the boys have a problem: they mainly play cover songs. Not unusual at the time, but for the next step in their career they need their own songs. Philip Norman: "Brian, who was the star of the band in the beginning, couldn't write songs. Mick and Keith, however, could. Oldham locked them both in the kitchen and said, 'I won't let you out until you have a song'. That's how Jagger and Richards' songwriting partnership began." The two complement each other perfectly, with Mick writing the lyrics and Keith the music. The dazzling pairing gets the nickname: the 'Glimmer Twins'. Their songs hit like a bomb. Over the next few decades they became one of the most successful songwriting duos in music history.

Reinhold Mack recorded two albums with the Stones in Munich and observed them at work. Reinhold Mack: "Between the two of them it actually goes quite well that Keith usually has a riff or something that is captivating in its simplicity. So let's take 'Start Me Up' or something like that - it's brilliant. One note and you know what it is. Anything that's more song and not so heavily riff-based is actually already more largely Mick's." An eye-to-eye partnership based on a simple principle. Mick Jagger: "You have to make your ideas sound - and he his. Our most popular songs we really wrote together. Satisfaction, for example." Satisfaction - with this, Jagger makes his final breakthrough in 1965.

Prof. Barbara Hornberger: "The Stones certainly shaped our musical lives because titles like 'I Can't Get No Satisfaction' naturally had a signalling effect for a youth culture at the time. Because they were wild, because they associated with them something that was at least a promise for young people all over the Western world. A promise that life can be different from what parents say it can be." The song's message hits home. A hymn to freedom, sex and independence. Jagger sings from the soul of youth.

Fritz Egner: "We all came from an uptight parental home, also still burdened with memories of the war and simply unhappy on the whole, although things were slowly looking up. But it was not liberal. It was all formatted from society, and we wanted to break out of that." Stones concerts provide the perfect stage for that. Rioting against frustration - for the press and the guardians of morals, the instigators are clear: Jagger and his band.

Philip Norman: "The Stones also had many male fans, and they just wanted to tear the hall apart. A journalist once wrote: 'The Beatles want to hold your hand, but the Stones want to burn your town down.' And at the centre of this destructive hurricane was Jagger, which was not at all in keeping with his real character." The real Jagger is different from his reputation. This is also evident when working in the studio. Reinhold Mack: "Mick, for example, does his work, everything that is filmed and recorded, he looks through everything and makes his notes: 'What is good? What can we use? What should we maybe leave out?' So, he's a diligent student."

Mick is also far from a rebel in his private life. Even before his breakthrough, he got engaged to the model Chrissie Shrimpton. When he is on tour, he calls her constantly and writes countless letters. When he cheats and she finds out, he is devastated. "I can still see him. How he was lying on the floor crying and my feet were wet from his tears because I had threatened to leave him." - Chrissie later goes on record. The management prefers to keep this side of Jagger hidden. The expectations for the first German tour were correspondingly high. A reporter: "A huge contingent of journalists, film, radio and photo reporters awaited the Rolling Stones' arrival at Tegel airport this afternoon. But it remained - contrary to some fears - civilly calm and orderly as the five London beat band bards strode down the gangway and took their seats in waiting cars." The youth magazine 'Bravo' advertises Mick Jagger as the front man of the world's hardest band.

Dr. Bodo Mrozek: "The concert is preceded by scandalising coverage in the tabloid press, which actually already announces in such a 'self-fulfilling prophecy': 'The Stones have come to tear up the Waldbühne. There will be ruckus, there will be rumpus'."

Will the Stones live up to their reputation? The concert at the Waldbühne in Berlin threatens to escalate after the third song. Dr. Bodo Mrozek: "When the first benches splinter, the fans realise that this can be caused on purpose, and enthusiasm for encores mixes with anger about the short performance in what contemporaries describe as an infernal noise concert." The Stones fear for their safety. After a good 20 minutes, the lights go out. Now the fans are unstoppable.

Dr. Bodo Mrozek: "Howling police sirens, firecrackers that fans have brought with them because there were no admission controls yet, where body searches took place. Paper cups have not yet been handed out, but bottles can be used as projectiles. And total chaos ensues." The result: 85 arrests and nearly 100 injured. In the interview, Jagger distances himself from the rioters. Mick Jagger: "They do this for their own amusement, and to fight with the police, whom they outnumbered. In Berlin they just beat up the police just to show their strength. And as an expression of their dissatisfaction with something." His voice is gaining weight beyond the stage.

Jagger - a mouthpiece of the youth? Fritz Egner: "A social movement was set in motion, which then naturally had its excesses. And the music itself was held responsible for people becoming aggressive. That wasn't necessarily the case, of course, but it was a time when a new, more rebellious generation came on the scene anyway. And that's when the Stones' music was the perfect sound, of course."

Racial segregation, sexual morality, the Vietnam War. The young generation questions many things and is ready to fight for them. Many see musicians like Mick Jagger as the driving force behind the protests. Not only a rock star, but also an enemy of the state? Philip Norman: "The Stones' anti-authoritarian attitude and their disrespect for the establishment led people to want to stop them. Especially their tours of the US." For moral guardians, the Stones are partly responsible for the alleged decline of youth through drugs, sex and violence.

Philip Norman: "Musicians have always taken drugs like marijuana. But then came this new artificial drug, LSD. You could buy it in certain places in London. At first it was even legal. But Jagger was very suspicious and didn't want to risk any police action against the Stones." While the supposedly well-behaved Beatles publicly admit to taking LSD, Jagger keeps a low profile. But the temptation seems strong. In February '67, Jagger and Richards spend a weekend with friends in the country. An anonymous caller reports a wild party to the police. Drugs are allegedly involved. The police storm the property. Philip Norman: "Mick was supposed to try LSD for the first time that weekend. But for some reason the police ignored the LSD and instead found four amphetamine tablets for motion sickness, which were illegal in Britain. They didn't belong to Mick, but to his new girlfriend Marianne Faithfull. But he took the blame and was arrested. That's the unexpected side of Mick: the English gentleman."

Jagger and Richards are taken away in public. Does he suspect who is really behind his arrest? Mick smiles at the press. But he knows that a harsh sentence could mean the end of his career. The trial becomes a media spectacle. Most only expect a fine. Then the shock: three months in prison without probation. Do they want to make an example of the Stones? Philip Norman: "The Stones have been accused of seducing young people into drugs and of having no sense of responsibility. In America even more than in Europe. And in fact, behind the arrest was a conspiracy of the British secret service with the FBI, whose informant gave Jagger the LSD. Only the local police didn't get it and arrested them for these minor offences, for which they still had to go to jail."

From citizen scaremonger to scapegoat. Only after fierce protests does the court suspend the sentence after all. Jagger and Richards are released. Only a few hours later Jagger appeared in front of the press. Mick Jagger: "If you're alone, in a private house, and you're not harming anyone, I don't see why you should have done anything wrong. It's like slitting your wrists. That may be a crime against oneself, but not against society." Philip Norman: "There was a moment when he could have had huge influence. He was asked on television, 'What do you young people want?' And he just replied, 'I want to have fun.' The whole country was waiting for him to give some kind of guidance on what young people need and want, but he just didn't do it."

1968. The Vietnam War is at its height. More and more people take to the streets, supported by celebrity artists. Jagger, too, is to show his colours. Dr. Bodo Mrozek: "There were always these accusations, also to say that rock musicians had to take their social responsibility. And the Stones in particular should now make a political statement. Mick Jagger was also expected there, as the saviour of a new rebellious protesting culture, so to speak." 17 March 1968: England's largest anti-war demonstration to date marches through London. The organisers ask Jagger in advance to lead the protest march. But he talks his way out of it, saying he doesn't feel like it. Nevertheless, he goes and observes what is happening. Demonstrators recognise him and demand to be at the head of the march.

Now it's time to decide: Is Jagger really going to become a rebel? Or is he just singing about it? As the situation escalates, he flees. He does not dare to take the final step. Inspired by the demonstrations, he wrote the song 'Street Fighting Man' a little later. It became the anthem of the protest movement. Even though in real life he prefers to chicken out instead of fight, the image of the political rebel sticks to him. Dr. Bodo Mrozek: "It may also be a wise decision not to side with a radical minority, but to say, in the sense of record management too, 'I'm staying rather diffuse in my views here'." Jagger continues to bank on the bad-boy image.

But by the end of the 60s, the band is in trouble. Mismanagement means money is tight. And band founder Brian Jones is a drug addict. In June '69 he has to leave the band. Shortly afterwards Jones drowns in his pool. The circumstances of his death are still unknown. Mick Jagger is shocked. Fritz Egner: "He's very careful when he talks about Brian Jones, because I think it's still an open wound today. Such a dramatic loss, and especially how it happened. That sticks, I think, throughout life." Just two days after Brian's death, Jagger is on stage in London's Hyde Park. He reads a poem in memory of his bandmate and lets butterflies fly. The future of the Rolling Stones is uncertain.

Philip Norman: "At that time, the Stones were the most unstable band of all. Two of them had to go to prison, one, Brian Jones, was found dead in his pool. And they were broke at the end of the 60s and had to go into tax exile. That doesn't sound like a band that's going to be around much longer, let alone 60 years later." In the early 70s, a new species emerges: rock superstars with pomp and glamour. Idols for a worldwide mass audience. Jagger senses that if he wants to survive in the music business, he has to change. The image of the rebel that brought him success now becomes a burden.

An interviewer: "What has changed in the way you or your music respond to our times?" Mick Jagger: "You can't go on doing the same thing, always staying 20 and always being rebellious. You do grow up, hopefully." The interviewer: "But for young people you used to be the superhero who sang the anthems of youth revolt." Mick Jagger: "That's what the tabloids wrote. I never believed in it." Interviewer: "And never wanted to?" Mick Jagger: "All that is an invention of the media. They spin everything the way they need to."

"Oh, I know that tongue ..." New logo, new management, new record company. Jagger and the Stones are going for change. "Maybe it's only rock'n'roll but I like it." No more rebellion, just rock'n'roll. Philip Norman: "Mick has been taken for a great social subversive all these years. But that's a joke. He was always much more interested in meeting famous people from society and the aristocracy. That really turned him on."

What still turns him on is women. With increasing success, the English gentleman becomes an egomaniac. Already in '66 Jagger separates from Chrissie Shrimpton. He secretly has the lock to the house they share changed. Not the English way. His new girlfriend is the aristocrat's daughter Marianne Faithfull. Together they take drugs. But it is only when the relationship ends that Marianne becomes heavily addicted. The German actress Anita Pallenberg is actually Keith Richard's girlfriend. With Jagger she is in front of the camera for the film 'Performance'. Philip Norman: "They were supposed to have sex in the film and Keith pretended he didn't care. Which he didn't. He was sitting outside in the car biting his fingernails. Legend has it that Mick and Anita actually did it."

Jagger's first wedding becomes a spectacle. In 1971 he promises eternal fidelity to model Bianca Macías. She is four months pregnant. Fidelity? Macías later says, "My marriage ended on my wedding day." Reinhold Mack: "He was very cock-driven, you have to say that. So he was able to keep a straight face. If there was an opportunity there to reproduce or perpetuate himself or whatever, however you want to put it." One evening in Munich in 1973, German model Uschi Obermaier became the subject of a real competition with Keith Richards. Because Jagger's wife came the next day, Richards gave in. Obermaier spends the night with Jagger. For him, women are often just trophies. Legend has it that he has slept with over 4000, including Princess Margaret, the Queen's sister.

Wife number two: the Texan model Jerry Hall. With her, Jagger has his longest relationship. Together they have four children. On the surface, an intact family. But Jagger's countless affairs and an illegitimate child also cause this marriage to fail. Philip Norman: "The way he treats women is despicable. In the song 'Stray Cat Blues' he sings, 'I can see you're 15 years old. I don't want your ID.' No one has mentioned this before, but there have been numerous investigations into the destructive nature of pop culture towards young women. And the Stones absolutely stood for it."

Disputes over women also drove a wedge between Jagger and Keith Richards in the early 80s. In addition, Mick's claim to leadership caused more and more bad blood in the Stones. Reinhold Mack: "The band itself, the two so-called Glimmer Twins, they always came one after the other because - I don't know, maybe they had a fight or stress. They always called: 'Who's in the studio?' or 'Is anyone there yet?' Always one or the other. 'Yeah, I'll come later then.' Yeah, God, I don't want to badmouth married couples, but just like an old married couple." Jagger releases his first solo album in 1985. He now prefers to perform with other artists. He calls the Stones a retired band. Nevertheless, he plays their songs at solo gigs, which enrages his old colleagues.

Fritz Egner: "His solo records were very important to him. He told me: 'When I'm alone in the studio with musicians I don't normally work with, then it becomes really exciting for me. Because then I can try out five or ten saxophonists and then choose one without anyone telling me what to do." Jagger continues to distance himself from the Stones. The band was like a millstone around his neck, he says. The lowest point is reached when Jagger tells Richards he is bigger than the Stones. Keith Richards: "That made me really angry over time. We called it the 'Third World War'. You're cheating the band! You can cheat me, but you can't cheat the band!" The Stones are about to end. At a secret meeting in Barbados in 1988, they give themselves one last chance. The reconciliation is successful. Jagger returns to the bosom of the family, as he calls it.

Fritz Egner: "Then it was just this passion for music that connected them, in a magical way perhaps. And then they always got together again. Although I think Keith always gave in a bit, so that Mick could play his dominant role again." And there was something else that prevented the end of the band: money. The Stones have long been a highly profitable brand that the musicians don't want to do without. Jagger manages the Stones and builds them up into a real company. The former bourgeois terror turns out to be a clever businessman. The coffers are ringing. With an estimated fortune of several hundred million pounds, Mick Jagger is one of the richest musicians in the world. Even if he puts the profit into perspective. Mick Jagger: "Money is not the incentive to play. The idea behind the Rolling Stones was never to get rich quick. In fact, it took us an awful long time to get rich. Over ten years."

Huge world tours continue to break sales records from the 90s onwards. Critics accuse Jagger of sacrificing himself to commercialism and merely managing the old successes. But for the singer, music is not only a passion, it has long been hard business. Philip Norman: "People think that for Jagger there is only sex, drugs and rock'n'roll backstage. In fact, he works out before gigs and does push-ups." Lots of sport, hardly any alcohol, a healthy diet - that keeps you fit. Jagger is considered a discipline freak. The front man of the once hardest band in the world becomes the boss of one of the oldest bands in the world. Does the image of the rebel still work? Dr. Bodo Mrozek: "Today, rock music is a legitimate expression of a popular culture that has long since embraced all generations and even has its main fan base among older people. And that is why Jagger is not a necessarily ridiculous figure, but does what he has always done. And this music has also arrived at the centre of society."

12 December 2003. Jagger arrives at the top. He is knighted for his services to pop music. A controversial choice for many Britons. Some fans are also disappointed. Jagger has banned recordings of his kneeling in front of the Royals. Prince Charles performs the ceremony. The Queen sends her apologies. The former model rebel is now Sir Michael. The newly knighted father and two daughters. What did he think of the ceremony? Mick Jagger: "Wonderful! It was wonderfully formal and there were great outfits. People from all over the country were there, from all walks of life, from historians to beekeepers. It was pretty great." Keith Richards 'is not amused'. To him, the knighthood is a betrayal of everything the Stones ever stood for. Mick Jagger: "He's like a crying child who didn't get any ice cream. I don't think the old establishment really exists anymore." Formally, he is now part of the gentry. But does he really belong? Philip Norman: "There is the British word 'naff' attached to him. When he shook hands with Prince Charles, he kept one hand in his pocket. That's what 'naff' stands for. It's styleless."

Jagger doesn't seem to care. He continues on his path undeterred. He first performed as a Stones singer at 18. At over 75, he is still on stage with them. Why this stress at retirement age? Philip Norman: "Because the biggest drug in the world is applause. You can't live without it if you've been injected with it practically every day since you were 19. It's the most powerful drug in the world."

Anita Harris: "There's something about him that makes stars, that magically attracts people, like moths to a flame. He just has that certain something." Mick Jagger: "Yeah ... I never wanted to analyse our success so closely. That's not my job. My job is to go on stage there and be Mick Jagger." Knight, rocker and alleged rebel. The one Mick Jagger probably doesn't exist. Maybe that's what makes him so successful. For almost six decades. - © ZDF, 2021.



Edited 2 time(s). Last edit at 2021-04-03 18:05 by Irix.

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Heart for Stones ()
Date: April 4, 2021 01:32

Thanks a lot Irix.

Also for the text file. I do understand German, some timessmiling smiley But with the text I also can get it in Norwegian thumbs up

All the Best!

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: Irix ()
Date: April 7, 2021 14:25

Here's the link to the German Subtitles - [UTstreaming.ZDF.de] - (TTML).

You could try to translate them via DeepL or Google (both don't change the time marks) and then try to convert them (online) to SRT or other Subtitle-formats.

Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: DoctorStone ()
Date: April 7, 2021 22:34


Re: Mick Jagger - Der gemachte Rebell? (ZDF History)
Posted by: stonesmuziekfan ()
Date: April 8, 2021 22:43

THX

Also availabel in Stonesvault

Mick Jagger - Der gemachte Rebell (ZDF History) MP4 [filefactory.com]



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